Abschlusserklärung der BI

Presseerklärung
zur gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag, 3. April 2009 von
Landesverband Hessen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – BUND und
Bürgerinitiative STOPP Staudinger

Staudinger Block 6 fällt durch Umweltprüfung

AUS für den Block 6 des Kohlekraftwerks Staudinger erwartet

Nach neun Tagen des Erörterungstermins zum Raumordnungsverfahren zeigten sich der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Bürgerinitiative „Stopp Staudinger“ (BI) zuversichtlich. „Alle unsere Einwendungen und Argumente zeigen, dass der Bau des Blocks 6 den Zielen des globalen Klimaschutzes und lokalen Umwelt- und Gesundheitsschutzes widerspricht“, stellten Dr. Werner Neumann (BUND) und Winfried Schwab-Posselt (BI) fest.

Die Ausbaugegner konnten die Behauptung von EON widerlegen, dass die Belastung der Region nicht ansteige. Im Gegenteil sind Erhöhungen der Schadstoffbelastung zwischen 20% und 700% zu erwarten. Während in den nächsten Jahren die Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub gesenkt werden, will EON zusätzliche tausende von Tonnen in die Luft pusten. „Block 6 darf nicht gebaut werden. Er ist nicht raumverträglich. Wesentliche Gutachten zu den Besonderheiten der Kühlturmtechnik, zur Ausbreitung von Schadstofffrachten und zu den gesundheitlichen Risiken sind von ungenügender Qualität“, bilanzierte BI-Sprecher Schwab-Posselt die Erörterung. Der BUND hatte mit eigenen Gutachtern gezeigt, dass Schadstoffausbreitungen falsch berechnet wurden und die Auswirkungen größer sind.

Vielfach erwiesen sich Unterlagen von EON als widersprüchlich und unvollständig. Unklar ist, wie die geforderte Begrenzung der Schadstoffemission überwacht werden kann. Zudem schließt EON nicht verbindlich und dauerhaft aus, Abfallstoffe im Block 6 zu verbrennen. „Wer die Verantwortung gegenüber der mit Schadstoffen und Lärm belasteten Region und dem Weltklima wahrnehmen will, der muss sich gegen den Block 6 aussprechen“, stellen BUND und BI fest. „Wir müssen so schnell wie möglich Abschied von fossilen Dinosauriern nehmen und Wege jenseits von Kohle und Atom beschreiten“.

Der BUND Hessen stellte vor, dass der Bedarf für Block 6 nicht besteht. „Es gibt viele Alternativen zu dem Riesenkraftwerk“, sagte Dr. Neumann. Mit verstärkter Einsparung von Strom, effizienten Geräten, dezentralen Blockheizkraftwerken in Hessen und Unterfranken und Strom aus Wind, Sonne, Biomasse könnte die geplante Stromproduktion des Blocks 6 umweltfreundlich, wirtschaftlich und schnell ersetzt werden. Dabei würden auch tausende von Arbeitsplätzen geschaffen.

Ein Kohlekraftwerk, das die Kohle mit Schiff und Bahn aus Südafrika holt, davon mehr die Hälfte als Abwärme nicht nutzt und ein Viertel als Reststoffe wieder ausspuckt, ist ein Energie-Dinosaurier. Block 6 widerspricht den Zielen der Raumordnung und muss daher abgelehnt werden. „Neue Großkraftwerke dürften nur gebaut werden, wenn eine ökologische Verbesserung erreicht wird“ fordert der Regionalplan – bei dieser Prüfung ist EON mit Block 6 in allen Punkten durchgefallen.